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Was kostet es, ein Fotoshooting zu stornieren?

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Sagen Sie ein gebuchtes Fotoshooting ab, darf das Studio den vereinbarten Preis verlangen, muss aber abziehen, was es durch die Absage spart oder anderweitig verdient. Rechnet es das nicht vor, vermutet das Gesetz 5 Prozent des Preises für die noch nicht erbrachte Arbeit. Mehr bekommt es nur mit Nachweis, im Fall vor dem Bundesgerichtshof waren es rund 85 Prozent.

Vermuteter Anteil ohne Abrechnung
5 Prozent
Bürgerliches Gesetzbuch, § 648, Stand 29. September 2026
Vom Honorar nach einer Absage laut Gericht
rund 85 Prozent
Bundesgerichtshof, Urteil VII ZR 144/22, Stand 27. April 2023
Zeit zum Widerruf bei Online-Buchung
14 Tage
Bürgerliches Gesetzbuch, § 355, Stand 29. September 2026
Leeres Fotostudio mit Hocker vor hellem Hintergrund und ausgeschalteten Leuchten
Ein leeres Fotostudio, in dem der Termin ausfällt: Hocker, Leuchten und Kamera warten ungenutzt. Bild: KI generiert.

Warum Sie fast immer etwas zahlen müssen, auch bei Absage

Ein gebuchtes Fotoshooting dürfen Sie fast immer jederzeit absagen. Dieses Recht haben Sie als Kundin oder Kunde grundsätzlich immer, unabhängig davon, was im Vertrag steht. Kostenlos ist die Absage aber selten: Der Fotograf hat sich Zeit für Sie freigehalten und darf dafür in der Regel trotzdem etwas verlangen.

Grundsätzlich darf der Fotograf den vereinbarten Preis verlangen. Abziehen muss er, was er durch Ihre Absage spart, etwa Material und Bearbeitungszeit, und was er im frei gewordenen Termin mit einem anderen Auftrag verdient. Rechnet er das nicht genau vor, geht das Gesetz davon aus, dass ihm 5 Prozent des Preises für den noch nicht erbrachten Teil zustehen. Will er mehr, muss er belegen, dass er kaum etwas gespart hat.

Was ein echtes Gerichtsurteil über die Kosten zeigt

Ein Ehepaar hatte eine Hochzeitsfotografin für 2.463,70 Euro gebucht und wollte den Termin wegen der Corona-Pandemie verschieben und eine andere Fotografin nehmen. Es verlangte die Anzahlung von 1.231,70 Euro zurück. Der Bundesgerichtshof entschied 2023: Die Fotografin durfte fast die gesamte Summe behalten, rund 2.099 Euro. Der Grund: Das Ehepaar hatte den Vertrag im Grunde selbst gekündigt, die Leistung war ihr nicht unmöglich geworden.

Der Fall zeigt: Eine Absage mit Verweis auf höhere Gewalt oder veränderte Umstände befreit Sie nicht automatisch von der Zahlung. Nur wenn die Leistung wirklich unmöglich wird, etwa weil eine Behörde jede Veranstaltung verbietet, sieht die Rechnung anders aus.

Wann Sie online gebucht kostenlos widerrufen dürfen

Haben Sie den Termin online über ein Formular gebucht, ohne persönlich im Studio zu sein, steht Ihnen oft ein zusätzliches Recht zu. Sie dürfen den Vertrag dann 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen widerrufen. Diese Frist gilt für Verträge, die Sie aus der Ferne abgeschlossen haben, unabhängig davon, was im Vertrag steht.

Diese Frist gilt aber nicht immer. Für Termine mit einem festen Datum, wie ein Fotoshooting, sieht das Gesetz oft eine Ausnahme vor, weil es sich um eine Freizeit-Dienstleistung mit festem Termin handeln kann. Ob die Ausnahme in Ihrem Fall greift, lässt sich nicht pauschal sagen. Lassen Sie sich im Zweifel beraten, wenn viel Geld auf dem Spiel steht.

Was in einer fairen Absage-Regel stehen sollte

Viele Studios legen ihre eigenen Absage-Regeln in den Vertragsbedingungen fest, meist gestaffelt nach der Zeit bis zum Termin. Eine solche Regel darf Ihnen aber nicht den Nachweis abschneiden, dass das Studio durch die Absage mehr gespart hat.

  • Eine Staffelung nach Zeit ist üblich: je näher der Termin, desto mehr Anteil ist fällig.
  • Eine Regel, die bei jeder Absage den vollen Preis verlangt, ist in den meisten Fällen unwirksam.
  • Fragen Sie vor der Anzahlung, was bei Krankheit oder einem echten Notfall gilt.
  • Lassen Sie sich die Absage-Regel schriftlich geben, nicht nur mündlich zusagen.

Was Sie bei einer Absage konkret tun sollten

Sagen Sie so früh wie möglich ab, am besten schriftlich per E-Mail, mit Datum und Uhrzeit. Fragen Sie direkt, ob ein neuer Termin ohne zusätzliche Kosten möglich ist, statt ganz zu stornieren. Viele Studios verschieben lieber, als den Termin ganz zu verlieren, und verzichten dafür auf eine Gebühr. Bekommen Sie den Termin stattdessen als Gutschein gutgeschrieben, gilt für dessen Nutzung eine eigene Frist von 3 Jahren.

Verlangt das Studio eine Summe, die Ihnen unangemessen hoch erscheint, bitten Sie um eine Aufstellung, was durch die Absage tatsächlich verloren ging. Zum Vergleich: Ein Fotoshooting im Studio kostet meist 70 bis 500 Euro.

Häufige Fragen

Darf ich einen gebuchten Fototermin einfach absagen?

Ja, absagen dürfen Sie einen gebuchten Fototermin fast immer, dieses Recht haben Sie als Kunde grundsätzlich immer. Kostenlos ist die Absage aber selten: Der Fotograf darf in der Regel trotzdem einen Teil des vereinbarten Preises verlangen, weil er sich die Zeit für Sie freigehalten hat.

Wie viel darf ein Fotostudio bei einer Absage verlangen?

Ein Fotostudio darf bei einer Absage den vereinbarten Preis verlangen, abzüglich dessen, was es durch die Absage spart oder anderweitig verdient. Rechnet es das nicht vor, vermutet das Gesetz 5 Prozent des Preises für den noch nicht erbrachten Teil. Eine Klausel, die immer den vollen Preis verlangt, ist meist unwirksam.

Kann ich einen online gebuchten Fototermin einfach widerrufen?

Einen online gebuchten Fototermin können Sie nur manchmal widerrufen. Für online geschlossene Verträge dürfen Sie oft 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen widerrufen. Für einen Termin mit festem Datum, wie ein Fotoshooting, sieht das Gesetz aber häufig eine Ausnahme vor. Lassen Sie sich im Zweifel beraten, wenn es um eine größere Summe geht.

Befreit mich höhere Gewalt von der Zahlung bei einer Absage?

Höhere Gewalt befreit Sie nicht automatisch von der Zahlung. Der Bundesgerichtshof hat 2023 entschieden, dass eine Fotografin ihr Honorar fast vollständig behalten durfte, obwohl ein Paar die Hochzeit wegen der Pandemie verschoben hatte. Nur wenn die Leistung wirklich unmöglich wird, etwa durch ein behördliches Verbot, sieht die Rechtslage anders aus.

Was mache ich, wenn die geforderte Stornogebühr zu hoch wirkt?

Bitten Sie das Studio um eine Aufstellung, was ihm durch Ihre Absage konkret entgangen ist. Ohne eine solche Aufstellung vermutet das Gesetz nur 5 Prozent des Preises für den noch nicht erbrachten Teil. Fragen Sie außerdem, ob eine Verschiebung des Termins statt einer Stornierung möglich ist.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Bürgerliches Gesetzbuch, § 648 Kündigungsrecht des Bestellers, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. Bürgerliches Gesetzbuch, § 355 Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. Bürgerliches Gesetzbuch, § 312g Widerrufsrecht und Ausnahmen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. Bundesgerichtshof, Pressemitteilung Nr. 073/2023 vom 27. April 2023, VII ZR 144/22, Vergütungsanspruch einer Hochzeits-Fotografin nach Terminverlegung, Bundesgerichtshof,

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 2. Oktober 2026.